Fashiontalk mit Kabarettist und Haubenliebhaber Alf Poier

„Ich koche mein Kapperl, damit es passt“

Alf Poier ohne Kapperl- so etwas gibt es kaum. Bei Style-Expertin Martina Reuter zog der erfolgreiche Kabarettist und Künstler blank.

„Mich gibt es als Künstler Alf und als Privatmensch Alf. In der Arbeit trage ich ausschließlich mein Kapperl. Damit kennt mich jeder. Ohne

erkennt mich niemand. Ganz praktisch!“ lacht der Steirer.

„Shoppen? Du meinst Frühschoppen! Ja das liebe ich! Einkaufen gehe ich auch gerne, aber nur in Geschäfte,“ sagt Alf. „Ich muss die Sachen angreifen

können. Online ist mir das viel zu mühsam. Im Netz kaufe ich höchstens mein Parfum. Da ist es viel günstiger,“ erklärt er. „Ich lebe sehr zurückgezogen, habe auch nicht viel zum Anziehen. Es ist wie mit den alten Damen beim Arzt. Tagsüber rede ich nicht viel.

Aber jetzt bei Dir kommt alles raus.“ schmunzelt der 52jährige. Sein aktuelles Programm „Humor im Hemd“ ist mega erfolgreich, im Moment ist er nur auf Tour. „Dabei trage ich natürlich ein Hemd, eine absolute Ausnahme. Aber zum Programm passt es. Am liebsten in Schwarz, das macht bekanntlich schlank,“ so Alf.

Sein einzigartiger Style fällt seit Jahren ins Auge. „Ich stehe total auf Glockenhosen,“ gesteht er. „Die lasse ich entweder anfertigen oder

ich kaufe sie beim Rieger in der Zieglergasse. Dazu trage ich Converse-Schuhe, um den jungen Mädchen zu gefallen. Die sind nämlich sau unbequem, versteh gar nicht wie man die freiwillig tragen kann. Und Leiberl dazu. Fertig.“

Sein Markenzeichen ist neben seinem Humor sein Kapperl. „Ja das stimmt,“ sagt er. „Die sind total cool! Ich glaube, ich besitze ungefähr sechs Stück –

also nicht so viele. Ich habe einen sehr kleinen Kopf, daher muss ich die Kapperl immer erst im Wasser kochen, damit sie einlaufen und passen,“ lacht der Künstler.

Für seine Outfits gibt er nicht viel Geld aus. „Ich besitze eine Jacke, die ich im Winter wie im Sommer trage,“ gesteht er. „Sie hat mittlerweile Löcher. Ich habe keine Krawatte,keinen Anzug, nichts Schickes. Wenn ich mal den Nobelpreis bekommen sollte, kann ich ihn nicht abholen, weil ich nichts zum Anziehen habe.

Deswegen gehe ich auch nicht zu den tollen Veranstaltungen. Ich hab ja nix dafür im Kleiderschrank,“ grinst er.

Sein Lieblingslook: Rollkragenpulli, Jeans, fertig. „Meine Wachmaschine ist venezianisch, das heißt: alles, was stark genug ist, überlebt und wird weitergetragen. Ich wasche immer mit dem gleichen Programm. Spannend!“ lacht Alf.

Der lustige Künstler hatte auch immer sehr extravagante Freundinnen an seiner Seite, mal als Graffiti verkleidet, mal im Kleid aus Billa-Sackerln.

„Ich kann nix anfangen mit Marken wie Hermes und Gucci,“ betont Alf. „Bei Frauen ist es okay, bei Männern finde ich es eher gockelhaft,“ antwortet er auf die

Frage nach teurem Gewand.

„Früher war ich Läufer, deswegen lege ich heute Wert auf gutes Schuhwerk. Ich gehe ausschließlich zu Fuß und bin ein typischer

Erlagscheineinzahler. Dadurch alle Banken zu machen muss ich auch weit gehen. Unterwegs mache ich dann gerne mal einen Abstecher in verschiedene Geschäfte.

Dort fühle ich mich oft wie in einer Disco, weil die immer die Musik laut aufdrehen. Da wird das Einkaufen zum Erlebnis!“ lacht er.

Wer Alf live sehen möchte, schaut auf seine Website: www.alfpoier.at oder besucht ihn bei seinem neuen Programm „Humor im Hemd“. Wer weiß –

vielleicht sieht man ihn dort auch mal ohne sein gekochtes Kapperl…..

2019-05-20T21:53:38+00:00Juni 5th, 2019|Mode|0 Comments

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